| Eine Projektidee von Stefan Holzweber und Lukas Lampl (beide
8G), die sie im Schuljahr 2006/07 im Rahmen des Talentförderkurses umgesetzt
haben. Sie haben ihren Overhead-Beamer-Aufsatz inkl. einer ausführlichen
Projektbeschreibung beim Erwin-Wenzl-Preis-2007 eingereicht und in der
Kategorie unter 39 Einreichungen mit zwei weiteren Teams den Preis errungen.
Hier kommen nun Auszüge aus der offiziellen Projektbeschreibung O'Beamer zusammengestellt und zur Verfügung gestellt von der O'Beamer-Crew.
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Doch wie kann man den Umgang mit Internet & Co. fördern, ohne das Bildungsbudget in tiefrote Zahlen zu stürzen?
Bei der Analyse der Hardware eines LCD - Videoprojektors wird klar, dass bei diesem Gerät im Prinzip transparente Flüssigkristalle mit Hilfe einer starken Lichtquelle durchleuchtet werden, sodass ein Bild, welches durch die die Flüssigkristalle dargestellt wird, auf die Wand projiziert werden kann. Natürlich können dadurch auch Filme dargestellt werden, da es sich hierbei ja nur um eine schnelle Bildabfolge (meistens 25 Bilder/Sekunde) handelt.
In jeder Schulanstalt gehört ein Overheadprojektor pro Klassenzimmer zur Grundausstattung. In den meisten Fällen ist dies eine genügend starke Lichtquelle um eine transparente Schicht zu durchleuchten (dieses Prinzip wird auch bei den Overheadfolien angewandt).
Das Herz des Videoprojektors, das LCD-Feld, ähnelt technisch stark einem TFT - Panel, was unsere Phantasie und Experimentierlust anregte, einen derartigen „Overheadbeamer“ (kurz "O’Beamer“) zu bauen. Durch die Massenproduktion der TFT - Monitore ist der Marktpreis stark gesunken, sodass ein Gerät, welches in der Auflösung einem Mittelklassebeamer um 1500€ entspricht, um einen Bruchteil des Geldes gebaut werden kann.
Das Prinzip einen Videoprojektor selbst zu bauen ist zwar nicht neu, der Teufel aber liegt im Detail: Praktikables Design, Kühlung und Anwendung waren unsere Hauptreflexionsfelder. Besonders haben wir uns aber auf den praxisorientierten Einsatz im Schulbereich konzentriert, da in diesem Umfeld große Synergieeffekte (wegen der bereits vorhandenen Overheadprojektoren) zu erwarten sind.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Mobilität gelegt, sodass unser Produkt ohne Probleme im Schulalltag von einer Klasse zur nächsten mitgenommen werden kann, was ja wiederum die Kosten durch höhere Effektivität senkt. Ein Lehrer, der beispielsweise seinen Physikunterricht durch Java-Applets bereichern will, kann in den betreffenden Stunden den O’Beamer in den Physiksaal nehmen, in der darauffolgenden Stunde kann er im Englischunterricht verwendet werden.
Durch Schutzmaßnahmen vor unwissenden Händen ist der O’Beamer auch stationär in Unterstufenklassen anwendbar.
Besonders hinweisen möchten wir auf die „Sustainability“ unsres Projekts. Im Sinne eines „ethisch korrekten Beamerbaus“ beauftragten wir die „Frauentischlerei“ mit dem Bau eines Rahmens nach unseren Plänen. Dieses Sozialprojekt beschäftigt arbeitslose Frauen im Rahmen einer ökologischen Tischlerei.
Wie Sie wahrscheinlich bereits bemerkt haben, bemühten wir uns um die „Employability“, die Anwendbarkeit unserer Idee.
Wir hoffen, Sie von unserer Idee überzeugen zu können, dass dieses Konzept einen kleinen Beitrag zur medialen Ausbildung unserer MitschülerInnen darstellt.
Damit jederzeit ein einsatzbereiter Beamer die Attraktivität des Unterrichts noch weiter erhöhen kann, wollten wir Schüler „das Heft in die Hand nehmen“: Wir bauten aus einem Overheadprojektor einen Beamer, einen O(verhead)’Beamer. Die Idee an sich klang gut: Die Leuchtkraft des Overheadprojektors sollte für modernere Medien genützt werden. Das derart durchleuchtete Panel eines TFT-Bildschirms kann so bewegte Bilder auf die Wand projizieren. Die anfängliche Ungewissheit bezüglich der Finanzierung und der mangelnden Erfahrungswerte einer solchen Konstruktion konnten wir, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung unseres Unterstützungsvereins, schnell überwinden.
Im Herbst 2006 begannen
unsere sehr zeitintensiven Arbeiten: Der Ausbau des Panels und das Zerlegen
des Bildschirms in seine Einzelteile klappten dank vorhandener Dokumentation
im Internet gut. Doch wie kann man die extrem empfindliche Elektronik auf
den Overheadprojektor legen, ohne dass sie beschädigt wird?
Nun begann erst die innovative Arbeit, denn dieses Problem wurde in diversen
Foren zu wenig behandelt.
Was ist also für einen Beamer, der in der Schule eingesetzt wird, wichtig?
1. Er muss relativ gut
gegen unachtsame Behandlung geschützt sein.
2. Er sollte leicht zu transportieren sein.
Unser Beamer musste
daher beide Bedingungen erfüllen.
Die Idee: Durch einen Holzrahmen wird die Elektronik gegen Fremdeinwirkung
geschützt.
Wir tüftelten und rechneten herum, um die geeigneten Maße für
den Rahmen zu finden. Nach unserem Plan fertigte ein Sozialprojekt in Linz
das Stück an. Wir hatten also zwei Fliegen auf einen Streich geschlagen:
erstens hatten wir ein Sozialprojekt unterstützt und zweitens einen
Rahmen zu einem akzeptablen Preis erhalten.
Nachdem wir schließlich das Panel samt Elektronik befestigt hatten, - was große Sorgsamkeit erforderte - schützten wir die Elektronik noch zusätzlich durch eine Plexiglasabdeckung gegen Fremdeinwirkung sowie Staub. Die Luftzirkulation war dadurch jedoch stark beeinträchtigt. Um bei längerer Benützung eine Überhitzung der Panels und somit eine nachhaltige Beschädigung der Elektronik zu vermeiden, musste ein adäquates Kühlsystem her. Dieses fertigten wir aus der Luftumwälzwalze einer uralten Taschenrechnerauflage an. Nach letzten Löt - und Befestigungsarbeiten stand einem ersten Test nichts mehr im Wege. Dieser erfüllte unsre Erwartungen voll und ganz: Ein vollwertiger Beamer war fertig!
Nun haben Sie die Möglichkeit,
ein kurzes Video des ersten Tests zu sehen. Bevor Sie jedoch auf "Video
abspielen" klicken, sei noch auf folgende Sachverhalte hingewiesen:
Es ist einfach unmöglich,
beim Filmen mit einer handelsüblichen Kamera die Originalqualität des
Bildes zu behalten. Etwaige Unschärfen, Ruckeln und die geringe Leuchtkraft
sind durch
die Kamera bedingt und nicht durch mangelndes Darstellungsvermögen
des Beamers. Da es sich im Prinzip um einen Flachbildschirm handelt, ist
auch garantiert, dass es in Realität kein Flimmern und Ruckeln
gibt. Wir haben uns trotzdem bemüht, das Video halbwegs ruckelfrei
zu filmen, was sich aber als schwierig herausstellte, da wir erstens keine
geübten Kameramänner sind und zweitens über kein adäquates
Gerät zum Aufnehmen von Präsentation verfügen.
Um das bereits sehr strapazierte Internet nicht noch weiter zu belasten, haben wir hier auf die Einbindung des erwähnten Videos verzichtet. Falls Sie es dennoch sehen möchten, wenden Sie Sich bitte an die O'Beamer-Crew.
Der O’Beamer wurde speziell auf den Einsatz im Unterrichtsgeschehen ausgelegt.
Keine Idee ist perfekt, unsere ist hier keine Ausnahme. Zur verbesserten Transparenz werden wir auch kleine Nachteile aufschlüsseln.
Nun noch ein paar Schnappschüsse vom O'Beamer:
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| Der zerlegte TFT | Das fertige Produkt. |